Ocean – Discographie

Ocean
«1994-74»
1995 – Black Cat

Huber Minnig
«Zytvertrieb»
1990 – BMG Ariola

Ocean
«live at the Mill»
1982 – Polygram

Ocean
«Take me to the City»
1980 – Phonogramm AG

Ocean
«Drift Message»
1978 – Phonogramm AG

Ocean – The Band

Anfang der 70er-Jahre wurde das Songwriting zu Henri Hubers grosser Leidenschaft. Es entstanden englische und französische Songs, die in wechselnden musikalischen Kooperationen live gespielt wurden. Bereits 1976 wurden die ersten Studioaufnahmen Tatsache: Für den ersten Schweizer Rock/Pop-Sampler Heavenly & Heavy steuerte Henri die beiden Kompositionen Maria und How do you feel bei. Bei den Aufnahmen im Sinus Studio begleitete er sich auf der akustischen Gitarre, unterstützt von Peter Reber am Piano, Thomas Wild am Schlagzeug und Claudio Bischoff am Bass. Maria wurde in der Folge auch als Single veröffentlicht.

Das Schweizer TV produzierte für die Sendung Karoussel einen Beitrag an der Aare vor der malerischen Kulisse des Berner Münsters.

 

Ocean I

Mitte der 70ger Jahre erweiterte sich Henris musikalischer Horizont zusehends. Die Akustik-Gitarre wurde zwischenzeitlich durch die E-Gitarre abgelöst. Die Gründung von OCEAN 1977 stand im Zeichen des Folk/Rock. Drummer Kurt Hauser und Bassist Higi Heilinger waren von der harten Kante gekommen, Tinu Diem hatte sich in Folkkreisen einen Namen als filigraner Guitar-Picker gemacht. Zusammen mit Henri Huber brach man zu neuen Ufern auf. Mit dem Reggae-Titel Jamaica kam schon bald der erste Erfolg – in Form einer Platzierung in den Top Ten der Schweizer Single Charts.

Das Album Drift Message etablierte OCEAN 1978 als flexible Grenzgänger zwischen Rock und Folk. Regelmässig kooperierte das Quartett mit Gastmusikern aus verschiedenen musikalischen Stilen: So betätigte Peter Reber auf Jamaica die Steel Drums, Ex-Rumpelstilz-Gitarrist Schifer Schifer griff bei I found a reason in die Saiten, während Hans Holzherr den Anti-Raser-Song Fly on mit virtuosen Banjo-Klängen veredelte und Luc Mentha zu She's happy die Geige strich. Das Album wurde auf dem Indie-Label Schnoutz veröffentlicht, das sich mit "Vogelfuetter" von Rumpelstilz einen Namen gemacht hatte.

Take me to the city

Nach reger Konzerttätigkeit in Clubs, Fernseh-Studios und an Festivals zog es OCEAN 1980 wieder ins Sinus Studio. Diesmal griff Armand Cachelin als neues OCEAN-Mitglied in die Tasten, während Gitarrist Peter Schaller auch als Co-Produzent amtete und Schifer Schafer auf Take care of my feelings einmal mehr eine Gitarrenspur legte. Das Album Take me to the city wurde mit einer umfassenden Live-Tour promotet, welche OCEAN auch ins benachbarte Ausland führte. Unvergessen bleibt die Episode, als das Quartett in Köln ein fetziges Intro in den Konzertsaal schmetterte und erst nachträglich merkte, dass Henris Gitarre nicht am Verstärker angeschlossen war. Was solls, wenigstens die Show stimmte. Unvergesslich bleiben die zweistimmigen Eskapaden des Guitar-Duos Diem/Schafer, z.B. im Allman Brothers-Klassiker Ramblin Man, der zu den Höhepunkten der OCEAN-Gigs gehörte.

Live at the Mill

Anfang der 80ger Jahre war die Zeit reif für ein Live-Album. Tonmeister Eric Merz mietete ein mobiles 24-Spur-Studio und nahm zwei Konzerte in der Mühle Hunziken auf. Auf dem 1983 erscheinenden Album „Live at the Mill“ präsentierten OCEAN erstmals ihre neue Sängerin/Texterin Shelley Martin aus Seattle. Das Live-Album dokumentierte die Entwicklung von OCEAN, die ihre rockige Seite auslebten ­ zu hören etwa im Song Only Yesterday, dem der Span-Gitarrist George Müller den Stempel aufdrückte.

Zytvertrieb

Nach Live at the mill wurde OCEAN zunächst einmal auf Eis gelegt und die einzelnen Bandmitglieder wandten sich anderen musikalischen Projekten zu. So gründete Higi sein Indie-Label BlackCat, auf dem 1985 eine erste Maxi-Single von Züri West veröffentlicht wurde. Tinu Diem wechselte zu Polo’s SchmetterBand.

Auch Henri Huber wandte sich vermehrt der Mundart zu. Zusammen mit dem kongenialen Singer/Songwriter und Gitarristen Jack Minnig entstanden neue Songs, die 1990 auf dem Album Zytvertrieb (BMG Ariola) veröffentlicht wurden. Neben dem Titelsong waren Henris Grossi Schue und Jacks Jacqueline herausragende Songs, die regelmässig auf Berner und Schweizer Radio-Plattentellern rotierten. Bei den Aufnahmen für Zytvertrieb griff Henri auf seinen Kumpel Tömu Wild zurück, der seinerseits seinen Kumpel Mauro Zompicchiattii (Bass) mitbrachte. Dieses kompetente Rhythmus-Team war Mitte Anfang der 80ge Jahre mit der schrillen Berner Combo Slapstick bekannt geworden; seit 1985 spielten sie – zusammen mit Tinu Diem – in Polo Hofers SchmetterBand.

Mis Härz

In den 90ger Jahren stand Henris politisches Schaffen als vollamtlicher Gemeindepräsident von Köniz im Vordergrund. Einen Herzinfarkt verarbeitete er 1999 mit dem Titel Mis Härz für die Schweizer Herzstiftung. Bei den Aufnahmen standen ihm Tinu Diem, Shelley Martin, Claudio Bischoff, Marc Jundt (dr) und die Sängerin Nicole Knuchel zur Seite. Auf der Single war erstmals die Stimme von Henris Tochter Sarah zu hören. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass sie einen Song ihres Vaters aufnahm ...

 

Ocean II

2004 erblickte eine neue OCEAN-Formation das Licht der Welt. Wieder dabei waren Armand Cachelin (Piano) und Saitenzupfer Tinu Diem, diesmal im Duett mit der Jazz-Gitarristin Antonia Giordano. Am Schlagzeug sass der langjährige Span-Drummer Matti Kohli, unterstützt von Claudio Bischoff am Bass. Diese Formation war insgesamt 5 Jahre unterwegs und nahm auch einige Songs auf, die jedoch nicht veröffentlicht wurden.

Sarah and the Ocean

Henri begann zunehmend, seine Aktivitäten ins Studio zu verlegen. Im Laufe der Jahre stellte er sich ein Recording-Studio zusammen, das laufend ausgebaut wurde. Langsam aber stetig begann der Plan eines selbst produzierten Albums zu reifen. Es sollte neben neuen Songs (No looking back, Wait and see, Billy and his gang) auch Remakes alter OCEAN-Songs enthalten, wie z.B. der Titelsong Dead Leaves oder der Heavy-Kracher Only Yesterday. Ebenfalls neu produziert wurden Take me to the city, Ordinary people, If one day (wieder mit Schifer Schafer an der Gitarre), Alice und Fly on.
Von der "alten" Crew machten Armand Cachelin, Tinu Diem, Luc Mentha, Claudio Bischoff und Higi Heilinger mit. Einmal mehr wurden zahlreiche neue Gastmusiker verpflichtet, neben Stefan Amstutz (Mouthharp), Matthias Steiner (Keyboards), Michael Frei (Keyboards, Bass) und Fabian Meier (Git) insbesondere Gitarrist Rolf LL Lüthi, der bei einigen Songs auch die Basslinien spielte. Als internationaler Gast griff auch der bekannte spanische Flamenco-Gitarrist David Tavares in die Saiten.

Die Tradition der verschiedenen Sängerinnen im Laufe der OCEAN-Jahre führt Henris Tochter Sarah weiter, welche die Leadstimme von zahlreichen Songs übernommen hat – unter anderem bei den Coverversionen A woman’s heart. Blackbird, Close und Behind blue eyes.

So ist das nun vorliegende Album Dead Leaves Rück- und Vorschau zugleich. Es zeigt die musikalische Entwicklung eines kreativen Musikers und Komponisten, der den musikalischen Berner Export über Jahrzehnte hinaus mitgeprägt hat. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Schon ist eine Reihe von französischen und weiteren Mundart-Songs in der Pipeline – von den neu entstehenden englischen Kreationen ganz zu schweigen.